die Front in Wettrup.

Es ist Sonntag, der 8. April 1945, Weißer Sonntag, gegen 7.00 Uhr. Auf der Kloster-Weide bei Örmanns Tannen fahren die Engländer mehrere Panzer auf. Sie eröffnen das Feuer mit Kanonen und Maschinengewehren auf das Haus von B. Lücke an der Kreuzstraße. Dort hatte sich am Vortage ein deutscher Funktrupp eingerichtet, den die Engländer wahrscheinlich angepeilt hatten. Das Gehöft wurde vollständig zerstört und die Familie mußte im Bunker hinter dem Hause hilflos zuhören, wie das Vieh im Stall qualvoll verbrannte.

 

Die Engländer gingen dann über die Kreuzung in Richtung Quakenbrück vor. Zur gleichen Zeit rückten sie auch vom Kloster aus gegen Wettrup vor. Eine Granate traf um 7.00 Uhr Büschers Haus und riß eine ganze Ecke heraus. Ein Panzer und ein Panzerspähwagen fuhren durch die Stroot gegen den Bahnhof vor und eröffneten das Feuer auf die Häuser von Tischler Pieper, das Kolonialwarengeschäft K. Schmidt und die Schmiede H. Germing. Diese Häuser waren auch von deutschen Soldaten besetzt, die sich dann zurückzogen. Alle drei Häuser brannten ab. Menschen kamen nicht zu Schaden. Der Panzerspähwagen fuhr vom Bahnhof aus bis zur Sandkuhle vor und schoß Teismanns Scheune in Brand. Teismanns hatten vor ihrer Scheune einen Strohbunker gebaut, worin sie sich befanden. Als die Scheune brannte, mußten sie ihn verlassen. Der Spähwagen hörte auf zu schießen, keiner kam zu Schaden. Der Spähwagen zog sich zum Bahnhof zurück. Auf dem Mühlenberg, neben der alten Mühle hatten die Engländer eine Kanone kleineren Kalibers aufgestellt, mit der sie nach Wettrup und den Dallhoek hineinschossen. Der englische Panzer vom Bahnhof fuhr über die Kreuzung nach Wettrup hinein. Zwischen H. Schlump und A. Schlump fuhr er sich jedoch im Straßengraben fest. Die Besatzung stieg aus und flüchtete zu Fuß zum Kloster zurück. Ein deutscher Soldat warf eine Handgranate in den Panzer, der sofort in Brand geriet.

Danach wurde es in Wettrup wieder ruhig, im Dorf verließen die Leute den Kirchenkeller, eine Kompanie Fallschirmjäger hielt das Dorf noch besetzt und bei Bröker lagen noch Artilleristen mit ihren Geschützen. Diese gaben einen Schuß auf das Dorf ab, die Granate schlug links neben dem Turm in der Kirche ein. Ein Oberjäger der Fallschirmtruppe, der in diesem Moment sich in der Nähe befand, wurde dabei getötet. Er wurde zunächst auf dem Wettruper Friedhof beerdigt.

Während die englischen Truppen in Richtung Knolle-Brands vorschoben, zogen sich die Deutschen gegen Ohrte zurück. Pioniere hatten an der Straße die Birken abgeschnitten, um den Vormarsch der Panzer zu behindern. Doch die Panzer fuhren neben der Straße her.

Als die Panzer bei Knolle-Brands angelangt waren, bogen sie nach links in den Deichwall hinein. Opfer dieser Panzer waren die Gehöfte Foppe und Teismann. Während das Gehöft Foppe zwar einige Treffer erhielt, aber nicht in Brand geriet - zwei Kühe und ein Pferd wurden allerdings getötet -, brannte Teismanns Haus völlig aus. Das Vieh konnte jedoch gerettet werden.

Insgesamt gab es in Wettrup neben dem erheblichen Sachschaden unter den Zivilisten zwei Verletzte, B. Mers und K. Teismann. Sie wurden unter erheblichen Schwierigkeiten in das Krankenhaus in Lengerich eingeliefert.